
Was ist Lerntherapie?
Mehr als nur Nachhilfe
Wenn es um Lern- und Leistungsstörungen geht, insbesondere bei Legasthenie, reicht die klassische Nachhilfe oft nicht aus. Hier kommt die Lerntherapie ins Spiel, eine spezialisierte Form der pädagogisch-psychologischen Unterstützung.
Was genau ist Lerntherapie?
Lerntherapie ist nicht nur eine erweiterte Form der Nachhilfe. Es handelt sich um eine gezielte, wissenschaftlich fundierte Therapieform für Menschen mit Lern- und Leistungsstörungen, wie sie im ICD-10 unter den Codes 81.0 und 81.1 klassifiziert sind. Während die klassische Nachhilfe oft darauf abzielt, kurzfristige Wissenslücken zu schließen, geht die Lerntherapie tiefer und adressiert die zugrundeliegenden Probleme, die die Lernschwierigkeiten verursachen.
Warum klassische Nachhilfe bei Legasthenie nicht immer hilft
Die klassische Nachhilfe konzentriert sich hauptsächlich auf den Schul- oder Lehrstoff und versucht, die Schülerin bzw. den Schüler auf die aktuelle Klassenstufe oder den aktuellen Ausbildungsstand zu bringen. Bei Legasthenie und anderen Lernstörungen sind die Herausforderungen jedoch oft komplexer. Hier setzt die Lerntherapie an: Anstatt sich nur auf den Schul- oder Lehrstoff zu konzentrieren, wird ein individueller Förderplan entwickelt, der sich am tatsächlichen Leistungsstand der Schülerin bzw. des Schülers orientiert.
Der Ansatz der Lerntherapie
Ein wesentlicher Bestandteil der Lerntherapie ist die Diagnostik. Durch gezielte Tests und Beobachtungen wird ein genaues Bild von den Stärken und Schwächen der Schülerin bzw. des Schülers erstellt. Auf dieser Grundlage werden dann wissenschaftlich fundierte Materialien und Methoden ausgewählt, um die Schülerin bzw. den Schüler gezielt zu fördern. Dieser individuelle Ansatz stellt sicher, dass genau die Unterstützung gegeben wird, die benötigt wird.
Langfristige Ziele der Lerntherapie
Während die klassische Nachhilfe oft kurzfristige Ziele verfolgt, wie zum Beispiel die Vorbereitung auf eine bevorstehende Prüfung, hat die Lerntherapie einen langfristigen Ansatz. Es geht nicht nur darum, Wissenslücken zu schließen, sondern der Schülerin bzw. dem Schüler Werkzeuge und Strategien an die Hand zu geben, die sie bzw. ihn während der gesamten Bildungslaufbahn unterstützen. Das Ziel ist es, ein solides Fundament für das lebenslange Lernen zu schaffen und der Schülerin bzw. dem Schüler zu helfen, ihr bzw. sein volles Potenzial auszuschöpfen.